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myblog-mysteries

der gang

im grünlich-bläulich beleuchteten gang in den tiefen der myblog.de-zentrale kommt buzi als erste wieder zu sich. sie nestelt das funkgerät aus dem wasserfesten brustbeutel und beruhigt den herrn kommandanten, der vor sorge schon ganz außer sich ist: "jee nun, herr kommandant, beruhigens sich, uns geht’s gut, soweit ich das sehen kann. der ministrant kniepst gerade mit den augen, der lebt also auch noch".

heftig hustend setzt sich der ministrant auf, fummelt an seiner brusttasche rum, in der die eingepackte tilly schon geraume zeit auf und ab hibbelt, und lässt diese aus der plastiktüte heraus und auf den boden herab. "endlich, mensch, ick dachte schon, du wachst jarnich mehr auf, mann", grunzt tilly erleichtert. "mmmgrbl" erwiedert der ministrant und schüttelt den kopf, um sein gehirn wieder in eine denkfähige lage zu bringen.

"wo issn der jöak abjeblieben?", fragt tilly buzi, die ob des erleichterungsgetöses, das der herr kommandant auf der anderen seite des sprechfunkgerätes gerade von sich gibt, schwierigkeiten hat, sie zu verstehen. "hää, wo ist wer? ach so, jöak, na der sollte eigentlich noch im brustbeutel sein ... " vorsichtig lugt buzi in den beutel und bekommt tellergroße augen: "ich glaub's nicht, schauts euch das mal an! da denk ich, der ist halb tot vor angst wegen seiner klaustrophobie und nun liegt er da, gemütlich eingerollt, und schläft wie ein kätzchen. tilly, weckst du den mal? ich muss den herrn kommandanten noch endgültig beruhigen."

das lässt sich tilly nicht zweimal sagen. sie hopst mit drei großen sprüngen in den brustbeutel und weckt jöak ... ganz sanft ... indem sie ihn kitzelt, wenn damit die jetzt aus dem beutel dringenden kullerkichrigen töne richtig interpretiert sind. die wiedersehensfreude ist offensichtlich groß, denn das gekicher geht über in heftiges hölzchenklappern.

der ministrant wird ganz rot vor verlegenheit. buzi nimmt entrüstet den brustbeutel ab und hält ihn weit von sich gestreckt: "ja spinnts ihr denn jetzt völlig? bin ich hier ein stundenhotel oder was??? raus aus meinem brustbeutel und benehmts euch! wir haben hier noch einen wichtigen auftrag zu erfüllen; erst die arbeit, dann das vergnügen!!!"

tilly und jöak klettern - etwas derangiert noch, aber nur leicht betreten - aus dem brustbeutel ... "tschullijung", murmelt jöak, "wir –"

"PSCHSCHSCHT", zischt in diesem augenblich der ministrant, dessen lebensgeister inzwischen einer nach dem anderen wieder erwacht sind. "links um die ecke im gang hab ich geräusche gehört."

alle vier lauschen mit angehaltenem atem. in der tat ist von jenseits der gangbiegung nach links gedämpftes stimmengemurmel, kratzen und klopfen zu vernehmen. der ministrant nimmt all seinen mut zusammen uns schleicht zur ecke, buzi und die schachteln schleichen hinterher.

der ministrant schiebt vorsichtig seinen kopf um die biegung, lauscht und zieht sich dann wieder zurück, um meldung zu erstatten: "die geräusche kommen aus der wand", wispert er. "da ist aber keine tür. scheint sowas wie ein fenster zu sein. ich schleiche mich jetzt unter das fenster und seh nach, was da so einen radau macht". "a-a-ber p-p-pass auf dich auf!" haucht buzi noch ganz aufgeregt, da ist der ministrant schon um die ecke gewatschelt, danz dicht unten am boden, im entengang.

unter dem fenster hält der ministrant an, lauscht noch einen augenblick, schiebt sich dann vorsichtig an der wand nach oben, blinzelt ins fenster und

"AAAARRGH!"

bekommt einen riesen schreck, als er in ein gesicht mit zwei riesengroßen grünen kulleraugen blickt, das ihn glücklich angrinst und zu sexyhexi gehört, welche auf der anderen seite des fensters bei dem versuch, den fensterrahmen aufzuhebeln, schon zwei ihrer stabilsten strickstöcke verbogen hat.

der ministrant brüllt "das sind die anderen", entriegelt das fenster und entgegen purzeln ihm sexyhexi, fichte, kokolores, freihändig und unentwegt, fliege und hummel.

im grünlich-bläulich beleuchteten gang erschallen nun eine weile erleichterungs-gejauchze, wiedersehensfreude und aufgeregte fragen und antworten, bis sich alle irgendwann doch mal wieder einkriegen und ruhe einkehrt. buzi vermeldet, dass es den herrn kommandanten nicht mehr in der kommandantur hält; er komme deshalb jeden augenblick via rutsche hier an.

"und was machen wir dann?", frage ich in die runde.

"gute frage", erwiedert der ministrant. "wir sollten als erstes herausfinden, wo wir hier überhaupt sind."

fortsetzung folgt.
9.5.05 07:24


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