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campen

vorweg: chaos pur hier, aber was soll's; wenigstens könnt ihr auf den bildern noch was erkennen ...

Campingplatzneulich musste ich mal ganz dringend hier raus aus der bude, also packte ich meine elf sachen, zelt und esbit-kocher und fuhr nach brandenburg an der havel zum zelten.

ich hatte tierisches glück, denn das wetter war prima. ich landete auf einem campingplatz, der direkt am plauer see liegt, so mit badestränden und boots- anlegestellen, jeder menge schilf und einem extra-weiher, an dem ich mein zelt aufschlagen konnte, was vor allem die stechmücken unglaublich klasse fanden, grumpf. als ich mich aber von oben bis unten in zedan hüllte (so wie autan, bloß in bio und ziemlich lecker riechend, für mich zumindest, ehehehe), ließ sich das ziemlich gut aushalten. es folgte das experiment "wasser für den kaffee auf dem esbitkocher kochen", das ausgezeichnet gelang ... grins.

auf dem hinweg hatte ich schon an der zufahrtsstraße zum campingplatz jede menge mirabellenbäume gesehen, die dick und fett früchte trugen, also zog ich los, mir obst zu besorgen ... lecker! auf meinem weiteren weg richtung plauer brücke fand ich dann eine badestelle am see, wo ich absolut meine ruhe hatte; waah, was war das nett! wiese, schilf, schwappendes wasser, gelsen/schnaken, zedan und ein gutes buch; was also wollte ich mehr?!? genau, frischen pfefferminztee am abend!

Feldküche, quasi


der hunger trieb mich dann irgendwann nach plaue rein, ein verschlafenes dorf, das eine rühmliche vergangenheit in sachen porzellan hat, die eins heute in anderer form nur noch mitbekommt, wenn der 2700- seelen- flecken einmal im jahr zum fischer- jakobi- volksfest von 30.000 menschen heimgesucht wird. ich musste abends gar nicht zum volksfest selbst; der sound, der sich nachts über den see hervorragend fortpflanzte, reichte völlig aus, mich auch beim abendlichen krimi im zelt hervorragend zu unterhalten. und wenn's der sound nicht war, dann waren's die jugendlichen, die – wohl nicht mehr ganz so nüchtern – irgendwann vom fest zurück kamen und ihre party in meiner unmittelbaren nachbarschaft weiterfeierten.

dafür war's morgens aber immer herrlich ruhig, so beim frühstück ... ist ja auch was wert, wenn die nachteulen noch poofen und die unentwegt ganz gemütlich beim morgenkaffee den grillen und den vögeln zuhören und ansonsten zusehen kann, wie die eichen durch abschuss ihrer früchte mehr als einmal mein zelt torpedierten, grins.

Brandenburgam nächsten tag trieb ich mich in brandenburg herum, eine stadt, die ich sehr mag und bei der ich ob des vielen verschiedenen wassers drumdrum und mittendurch ab und an mal ins schleudern kommen kann, an WELCHEM wasser ich mich denn nun gerade befinde ... havel? see? stadtkanal? näthewinde? wurscht, jedenfalls war ich dann wieder im dom auf der dominsel, guckte mir alles ganz genau an, erhielt eine ernstgemeinte einladung, die geniale akustik von der krypta aus selbst zu erproben, was ich mich nicht traue (ich bin manchmal sooo blöd!) und guckte mir sogar im dommuseum asbach-uralte dokumente an aus der zeit, als die reformation in brandenburg einzug hielt. spannend, solche riesen wachssiegel zu sehen. ich stelle mir vor, was das heutzutage für ein act wäre, die dokumente mit solchen siegeln in aktenordnern zu verwahren, ööhm.

brandenburg bestand ja bis ins 18. jahrhundert rein eigentlich aus zwei teilen, die völlig unabhängig voneinander waren und "brandenburg altstadt" und "brandenburg neustadt" hießen. dementsprechend gibt es auch einen altstädtischen markt mit dem rathaus aus dem 15. jhdt. (glaub' ich) und dem roland davor sowie einen neustädtischen markt, der heutzutage noch gut von der ost-platten- bauweise geprägt ist, auch wenn sich in den letzten paar jahren da schon einiges zum besseren entwickelt hat.

von der alten stadtbefestigung ist noch ein stück wall übrig, auf dem sich heute der humboldhain befindet, in dem sogar sumpfzypressen wachsen. sehr lauschig, dort. außerdem gibt es noch vier tortürme und in einem davon, nämlich im steintorturm, befindet sich ein museum, das sich insbesondere mit der schiffahrt auf der havel beschäftigt. wäre bestimmt interessant gewesen, aber da ich schon den ganzen tag kreuz und quer durch und einmal um die stadt drumrum unterwegs gewesen war, konnte ich mich nicht mehr ganz so zu einem weiteren museumsbesuch aufraffen.

eins geht noch: bungalow-dorf auf dem campingplatzalso lieber ans wasser gesetzt (welches, ist mir schon wieder entfallen und die touri-karte von brandenburg hab' ich intelligenterweise mitgewaschen ... ) und postkarten geschrieben. abends gab's dann frisch geräucherten bückling. sehr lecker, auch wenn ich mich frage, wozu ein bückling derart viele gräten braucht.

ja mist, und am nächsten tag hat's dann sowas von geregnet, dass ich mein zelt doch lieber wieder eingepackt habe ... wenigstens wurde ich mit meinem ganzen klitschnassen zeug (das dementsprechend schwer war) von einem sehr netten menschen vom zeltplatz direkt bis zum bahnhof chauffiert, wo der zug praktischerweise schon bereit stand. das war klasse, wenn ich schon besser zurückfuhr, obwohl ich noch so gar keine lust dazu hatte.

fazit: der campingplatz ist wohl eher was für die vor- und nachsaison, wenn nicht ganz so viel los ist, ansonsten ist der prima gelegen, sehr gut ausgestattet und nicht wirklich teuer.
brandenburg und die gegend um brandenburg gefällt mir supergut; es gibt doch noch so einige dinge, die ich mir da genauer angucken mag. ist ja auch nicht so ein problem, schließlich ist das nur 'ne stunde mit dem zug von berlin entfernt.
das bisschen zeit, das ich dort insgesamt verbracht habe, war definitiv zu kurz, aber ganz bestimmt besser, als daheim in der bude hocken zu bleiben.
na so'n wochenend-trip ist ja bestimmt mal wieder drin.

als ich wieder zu hause war, hab' ich mal irgendwann wegen der kälte die balkontür zugemacht. stille. kein wind, kein regen, keine vögel, keine stimmen, keine autos. ging gar nicht. dann lieber 'nen pullover mehr angezogen.

ein Wind war das ...


:°)
2.8.07 14:14


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