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vier tage spachkurs

vergangenen donnerstag abend stieg ich also in den nachtzug nach wien. mitreisender a. vertrieb mir die zeit mit einzelheiten aus seinem leben, die ich nie wissen und fotos aus f?nfzig jahren, die ich nie sehen wollte; immerhin babbelte er mich in den schlaf und machte damit das h?rspiel unn?tig, das ich extra zu diesem zweck mitgenommen hatte.

in wien angekommen sauste mir als erstes ein kleiner blonder wirbelwind in die arme, der sich unschwer als buzi erkennen lie?; ich denke, wir h?tten uns wohl auch erkannt, wenn ich nicht wie wild mit dem vereinbarten roten gegenstand in der luft herumgefuchtelt h?tte. es folgten diverse "IIIIIIii"s, "juppiduuuu!"s und "geschaaaaffft!!!!"s zur begr??ung, denn die freude war gro?.
auftritt el commandante im roten "CCCP" t-shirt: "ahh, die unentwegt, supper, bist gut angekommen, ois leiwand? geb mer mol des eine rucksackerl zum trogn." und schnappte sich eine meiner schweren taschen, was ich ja schon mega-nett fand.
die erste kommandantinische zigarette in frischer wiener luft war kaum angez?ndet, das stob schon das geschropperl auf den bahnsteig, rechtzeitig und doch zu sp?t, weil der zug zu unserer aller erstaunen ein paar minuten zu fr?h angekommen war.

ein fr?hst?ck im caf? westend half uns allen so einigerma?en, ?ber meine ankunftszeit um 7 uhr 42 in der fr?h hinwegzukommen und neue energie zu tanken. so schlappten wir gegen sp?ter ?ber die mariahilferstra?e und schlenderten dann ?ber einen flohmarkt, auf dem ich sogar den oberb?rgermeister der stadt wien zu gesicht bekam, der anl?sslich der kommenden gemeinderatswahlen ein bad in der menge nahm und f?r sich und seine partei die werbetrommel r?hrte.

der kommandant und das gschropperl gingen ihrer wege und buzi und ich umkreisten mit der bim eineinviertel mal den wiener ring, um uns dann in die k?rntnerstra?e zu st?rzen, wo ich geb?hrend den stephansdom bewunderte:

wir fl?chteten uns in ein kaffeehaus als st?tte der ruhe und des sitzen-k?nnens, wo wir uns die n?chste koffein-infusion besorgten. danach gings bei mcdonalds' aufs klo (in vielen wiener kaffeeh?usern und kneipen muss eins f?r die toilettenbenutzung zahlen; bei macdonalds ist das wegschaffen des konsumierten noch umsonst).

wir besuchten den manner-fanshop und haas & haas, wo uns beim anblick von so viel leckerer schokolade, marmelade, kaffee und tee das wasser im mund zusammenlief. schlie?lich verschwanden wir im wiener bermuda-dreieck, um nach einiger zeit, inzwischen schon l?ngst wieder durch den kommandanten und das gschropperl komplettiert und aufgefittet durch riesige brote und diverse viertel sturm, bier und andere getr?nke wieder zum vorschein zu kommen.

mein zeitgef?hl hatte sich bis dahin gelassen in eine ecke verzogen, nach dem motto ?lass es einfach geschehn? ... mittags um zw?lf hatte ich das gef?hl gehabt, es sei halb f?nf, um drei stellte ich fest, dass es immernoch nicht sieben ist, und sp?ter gab die dunkelheit die beruhigende gewissheit, dass es letztendlich doch noch abend geworden sein musste.

weiter gings mit einer besichtigungstour duch den einser-bezirk: die ?lteste kirche wiens (ruprechtskirche), die hohe br?cke und der tiefe graben mitsamt dem ?u?erst elegant anmutenden stundenhotel oriental, die hofburg, ein kurzer blick ins caf? central, das fenster, bei dem in dem film ?der dritte mann? irgendjemand rausschaut, das denkmal des stra?enwaschenden juden und einiges mehr.

so langsam kamen die besonderen f?higkeiten der einzelnen beteiligten zum vorschein: w?hrend buzi unschlagbar ist im aufsp?ren berauchbarer lokalit?ten mit direktem koffeinanschluss, entpuppte sich der kommandant als wandelndes historisch-politisches wien-lexikon und das geschropperl wusste viele geschichten und legenden aus der stadtgeschichte beizutragen. und ich schlappte einfach mit und war ziemlich begeistert ob dieser kombination.
nach einem abschlie?enden mahl trennten sich dann unsere wege f?r diesen tag und ich fuhr mit dem kommandanten nach hause, wo ich die andi, sarah, lukas und marc kennenlernte. ein bierchen ging noch und dann fiel ich auf der kommandantinischen couch ins koma, ab und an umschnurrt von kater morpheus. der kommandant meint ja, ich h?tte geschnarcht ? ich glaub ihm jedes wort!

samstags morgens stand sport auf dem programm: der kommandant zeigte mir einige rumpfstabilisations?bungen, die beste technik des von-der-dachterrasse-brunzens (grins) und wie solche stecken beim nordic-walking durchaus sinn machen k?nnen. (familie el commandante lebt nicht weit von sehr viel gr?nzeug, seen und kleinen b?chen; kein wunder, dass sie nirgends anders wohnen wollen!)
das alles nahm doch mehr zeit in anspruch als angenommen und versp?tungen in verbindung mit schiefer kommunikation f?hrten dazu, dass wir den nachmittag zun?chst ohne das geschropperl verbringen mussten, das es ob unserer verpeiltheit vorzog, noch so einige andere dinge zu erledigen. wir konnten's ihr nicht verdenken.

also schauten buzi, der kommandant, die andi und ich uns den flohmarkt beim naschmarkt an (wundersch?ne h?user stehn um diesen platz herum; hier eine kostprobe davon: )



der kommandant erstand eine eule f?r seine sammlung und mich faszinierten hier am meisten die vielen wundersch?nen jugendstillampen; nach dem preis gefragt hab ich aber besser nicht.
weiter gings auf das simmeringer stra?enfest, wo ich langos a? (sehr lecker) und wo uns eine band mit ?berdimensionalen j?gerfilzh?ten durch eine durchaus stimmige interpretation eines st?cks von santana in erstaunen versetzte.
ein chinesisches restaurant ?ffnete trotz mittagszeit seine pforten f?r uns. das war sehr nett und hatte den gro?en vorteil, dass wir ungest?rt laut rumgackern und der kommandant und buzi sich in ruhe mit bierdeckeln bewerfen konnten. das essen war auch fein, aber das nur am rande.

und weiter zum geschropperl, wo ich meine tasche abstellte. von dort aus starteten wir ohne andi zum zehnj?hrigen geburtstagsfest einer stra?enzeitung, das in einem labyrinthartig angelegten kellerclub stattfand, in dem wir hervorragend nachlaufen spielen konnten und wo in verschiedenen r?umen verschiedene tanzbare musik lief, nachdem das projekt sehr spannend, interessant und am?sant vorgestellt worden war. der kommandant und buzi br?ckelten irgendwann weg, das gschropperl und ich waren gegen halb drei auf des geschropperls ranch am see, wo wir noch ratschen mussten, bis wir ins bett fallen konnten.

f?r den sonntag hatten wir uns mal "nicht so viel" vorgenommen, denn inzwischen f?hlten wir alle eine gewisse erm?dung in den beinen. also kochten das gschropperl und ich f?r die anderen, andi steuerte noch einen leckeren salat bei, der kommandant, buzi und ich verpesteten noch ein bisschen die luft auf der terrasse und ab gings zum zentralfriedhof.

nun kann eins ja tage auf dem wiener zentralfriedhof verbringen und gucken; da wir dazu aber weder zeit noch lust hatten, schauten wir zuerst in die lueger-kirche, die - jugendstil, der sie ist ? sehr h?bsch ist. besonders angetan hatte es mir die bemalung der kirchenkuppel:



anschlie?end zeigte mir buzi die gr?ber diverser komponisten (mozart, beethoven, brahms, zahllose strauss'), die kindergr?ber und das grab von falco.



andere gr?ber gefielen mir einfach; ich nahm sie also auf, ohne die "bewohner" zu kennen:



wir waren noch auf dem friedhof unterwegs, da erreichte mich per sms die nachricht, dass eine freundin von mir eine tochter zur welt gebracht hat. sch?n.

um nicht die nacht auf dem verschlossenen friedhof verbringen zu m?ssen, velie?en wir ihn, nachdem wir den park der ruhe und der kraft durchquert hatten.


im restaurant vis ? vis vom friedhof konnten buzi und der kommandant sich wieder ausf?hrlich mit bierdeckeln bewerfen und die bedienung auf den arm nehmen, bevor wir weiterzogen in einen heurigen, wo wir auch das gschropperl trafen und ich einfach ein wiener schnitzel mit erd?pfelmayonn?s-salat essen musste, das ging nicht anders.

roter sturm ist lecker und macht lustig!

vor dem roten sturm: m?de, aber gut gelaunt.



nach dem ersten roten sturm:



nach dem dritten sturm:



nach dem genuss von zwei roten sturm hatte ich leichte schwierigkeiten, beim anziehen in meinen zweiten jacken?rmel zu finden, aber was soll's; ehehe.
preisfrage, die auch buzi schon gestellt hat: wie hei?t roter sturm auf bundesdeutsch: federroter???

hier l?ste sich die gesellschaft f?r den sonntagabend auf. ich musste in dieser nacht noch mit einer fiesen gelse (schnake) k?mpfen; um vier uhr morgens und f?nf stiche sp?ter gelang mir das auch und immerhin bekam ich noch dreienhalb stunden schlaf ab.

am montag beguckten wir uns das hundertwasserhaus:




bei so einer bunten, ungraden, fantasievollen bauweise geht mir einfach das herzl auf, ich kann's nicht ?ndern.

die bilder hier stammen von der toilette der galerie gegen?ber:



vorher aber erz?hlte mir das gschropperl noch die geschichte vom armen augustin, der der legende nach ? stockbesoffen, wie er war ? in pestzeiten f?r einen pesttoten gehalten wurde, morgens aus einem sammelgrab entfliehen konnte und die pest ?berlebte. dies ist die story hinter dem lied "oooh, du lieber augustin, alles ist hin." dem augustin ist am eingang der griechengasse ein denkmal gesetzt.

buzi und das geschropperl hatten dann anderes zu tun und nachdem ich meine tasche beim gschropperl abgeholt hatte, zogen der kommandant, die andi und ich erneut durch den ersten wiener bezirk, wo wir mozarts wohnhaus, einen alten bischofssitz und das basiliskenhaus beguckten, um dann im palatschinken-pfannderl einzukehren, wo wir aus ?ber f?nfzig s??en und herzhaften palatschinken-variationen ausw?hlen konnten. drei dieser leckeren s??en dinger reichten aber v?llig, um pappsatt zu werden und mir einen vollen bauch f?r die anstehende heimfahrt zu bescheren.

wir holten buzi im caf? westend ab und dann ging es ans abschiednehmen auf dem bahnsteig, wobei alle inklusive ich selbst sich ?ber meine mit jeder minute wachsende nervostit?t am?sierten. als sich der zug in bewegung setzte, schwenkten wir taschent?cher und feuerzeuge; den kr?nenden abschluss lieferte der kommandant mit seinem brennenden schnupftuch.

die r?ckreise verlief ruhig; zum gl?ck wurde ich nicht wieder von einer ?hnlichen dampflaudertasche wie auf der hinfahrt heimgesucht. nur dass sich ein armer mensch vor unseren zug werfen musste, war alles andere als sch?n.
mit zweist?ndiger versp?tung trudelte ich heute morgen um elf wieder in berlin ein. inzwischen habe ich ein paar stunden schlaf nachgeholt und die waffel-baumst?mme, die buzi noch in letzter minute auf dem bahnsteig aus der tasche zog, sind schon verputzt (na die sind ja auch superlecker!).

fazit:


vier tage sind eindeutig zu kurz! nicht nur, weil wien eine stadt ist, die wesentlich mehr zu bieten hat als das, was ich auf diesem kurztrip zu sehen bekam, sondern auch, weil das mit buzi, dem gschropperl, dem kommandanten und der andi saum??ig spa? gemacht hat.

ich meine, immerhin kannte ich die drei erstgenannten lediglich aus dem blog und andi nur von geschichten vom kommandanten, und wie wir alle wissen, kann eins in solchen blog-konstellationen auch schonmal ein blaues wunder erleben.

aber im fall der wienerInnen stellten sich alle personen als das heraus, was sie auch im blog durchschimmern lassen: superliebe, mehr oder weniger verr?ckte, lustige menschen, mit denen eins nicht nur herrlich bl?deln, sonden durchaus auch mal ernsthaftere gespr?che f?hren kann, und die sich viel einfallen lie?en und sich viel zeit nahmen, mir ihre stadt zu zeigen. danke euch nochmal daf?r!

das fazit vom fazit:
es gibt eine fortsetzung.
die liste der unternehmungen in berlin f?r den gegenbesuch ist schon in arbeit und ich war nicht das letzte mal in wien.
4.10.05 21:54


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